Gedankenfreiheit

Monat

Mai 2012

1 Eintrag

Zeit

Wir verschwenden Zeit. Wir sind eine verschwenderische Gesellschaft, denn neben der Geldverschwendung und dem Wegwerfen von Essen verschwenden wir Emotionen, Energie und Gesundheit. Aber vor allem verschwenden wir Zeit. Nicht die Zeit aller Menschen zusammen, die verschwenden wir zwar auch, denn wir beschleunigen das nahende Ende der Energie und der Welt. Wir verschwenden unsere eigene Zeit.

Wir verschwenden unsere eigene Zeit damit, dass wir Angst haben sie zu verlieren und vergessen dabei, dass man selber dafür verantwortlich ist ob man seine Zeit verschwendet oder nicht. Es geht hierbei um die Fokussierung unserer Wahrnehmung, das mache ich mit einem Beispiel deutlich: Ein Mann fährt mit der Bahn nach Hause, lasst mich sagen DB. Man ahnt schon was passiert. Die erste Bahn fällt aus die zweite Bahn auch und natürlich ist er total genervt, darf er ja auch sein. Plötzlich regt er sich total auf und spricht von 40 Minuten verschwendeter Zeit. Klingt nachvollziehbar oder? Fast jeder Deutsche würde so reagieren. Doch ich möchte euch etwas anderes klarmachen. Dieser Mann hat seine Zeit verschwendet. Aber nicht weil er die Bahn verpasst hat. Er hat seine Zeit verschwendet, weil er dadurch dass er an Zeitverschwendung gedacht hat, die Zeit nicht richtig genutzt hat. Dabei kommt die Fokussierung zum Zug (haha zum Zug :P). Er hätte sich auch auf die Ruhe die er nun dadurch hat fokkussieren können oder einfach auf das Positive im Moment. Hätte er sich nicht aufgeregt hätte er auch sinnvolle Gedanken haben können, z.B. etwas planen, eine Idee aufschreiben, oder mit jemandem reden. Er hätte aber auch einfach sagen können: Nagut, dann nehme ich halt zwei Bahnen später, bin zwar später zuhause, aber irgendwie ist da bestimmt auch ein Sinn dahinter.

Dieses Beispiel soll euch zeigen, dass wir uns viel zu oft viel zu sehr auf das Negative fokussieren und wahrnehmen. Wenn es regnet denken wir nur: Man shit ich werde nass, aber Regen riecht auch gut und in anderen Ländern würde man sich über einen Tropfen Regen freuen wie wenn einer Weltmeister im Fußball wird. Regen bringt Frucht und ist notwendig. Wir können froh sein so viel Regen zu haben, denn sonst hätten wir nicht den Reichtum an Fruchtbarkeit den wir haben. Es kommt darauf an was man von dem Moment hält und ich verspreche euch: Ihr seit glücklicher wenn ihr einfach sagt dass es schön ist, dass es regnet auch wenn ihr eher geneigt seit genervt zu sein. Genervtheit ist angewöhnt und anerzogen und beschreibt nicht die Dinge wie sie sind sondern sind unsere Reatkionen auf äußere Umstände, auf die wir unsere eigene Sichtweise bestimmen. Und dabei müssen wir einfach nur unsere Sichtweise verändern um die Umstände positiv bestimmen zu können und ein wenig mehr Glück in unserer Welt zu finden.

Jetzt ein Beispiel aus meinem Leben, meine letzten zwei Wochen:

Samstag: Meine Freundin und ich haben Schluss gemacht. Donnerstag: Ich habe einen Dreh verschlafen, hohe Gagenabzüge, schlechte Präsentation beim Regisseur und ein genervtes Team mit Überstunden. Am selben Tag wurde ich noch beim Schwarzfahren erwischt. Am Abend hatte ich eine Theateraufführung mit 20 Besuchern, geil!!! :D Sonst sind es vieleicht 200. Am Samstag bekam ich dann Magendarm der bis Dienstag anhielt und am Mittwoch darauf habe ich wieder gedreht. Problem: ich hab nur Salzstangen und Wasser zu mir genommen, hatte also weder Zucker noch Vitamine im Kopf also hatte ich das Problem total neben der Spur zu sein, konnte meinen Text nicht richtig der bei der Probe vorher noch ging und hab sogar meine Tasche für einen Take vergessen, den der Regisseur dann nehmen wollte den wir aber neumachen mussten weil ich die Tasche nicht hatte (Anschlussfehler). Die Konsequenz war, dass der Regisseur mich nicht mehr ernst nehmen konnte. Klar war ich schon etwas am Boden. Aber wenn ihr glaubt das war alles? Nein! Am Freitag wurde mir dann noch mein nicht versichertes Smartphone geklaut, bei dem ich den Vertrag noch weiterhin zahlen muss. Jezt wäre jeder Andere total am Boden, ich war auch nicht immer der besten Laune doch ich konnte durch eine gewisse Gelassenheit diese Dinge überwinden, auch mit Gottes Hilfe. Ich saß dann irgendwann mal bei gutem Wetter draußen und hab mir über all diese Dinge Gedanken gemacht und bin dann zu einem total banalen Entschluss gekommen: Ich liebe mein Leben. :D und dann musste ich lachen. Für solche Dinge liebe ich mein Leben. Ich habe nämlich neben all den negativen Dingen auch unglaublich viele positive Dinge erlebt, doch die habe ich euch nciht aufgezählt als Beispiel unserer Denkweise: Wir sind viel zu sehr auf das Negative fokussiert. So würde jetzt jeder denken der soetwas erlebt hat. Aber wisst ihr was das Positive bei all der Zeit war? Dadurch dass Elly und ich Schluss gemacht haben können wir unsere Freundschaft, die wir vorher hatten fortführen (und wir sind noch dicke das sage ich euch). Ich habe auch mehr Zeit und kann mich mehr auf Schauspiel konzentrieren. Aber wir reden auch anders miteinander. In einer Art, die ich sehr mag und die mir Trost gibt. Der Grund warum ich verschlafen habe war dass ich gerade aus Belgien kam und am Abend vorher noch die Kinopremiere von “Das Hochzeitsvideo” hatte. Dort habe ich mich sehr gut mit SASHA und dem Produzenten von Little Shark unterhalten. Aber auch mit Marketing-und Werbeagenten. Durch das Verschlafen bin ich robuster geworden und habe herausgefunden wie soetwas abgeht. Passieren wird mir das so schnell nicht mehr. Ja gut ich wurde beim Schwarzfahren erwischt, aber so oft wie ich schwarz fahre ist das immer noch weniger Geld als ich bezahlen würde wenn ich mir jedes mal ne Fahrkarte kaufe. Die Theateraufführung war eine der besten die wir hatten da wir bei weniger Leuten mehr darauf achten mussten auf unsere Spannung zu achten. Durch den Magendarmvirus habe ich abgenommen. Mit dem Regisseur habe ich mich vertragen und ganz ehrlich: Man erinnerst sich durch die Aktion auf jeden Fall besser an mich und einmal wird meistens noch verziehen. Ich bin auch gut damit umgegangen und hab alles mit dem Regisseur geklärt. Einen Drehtag später hat auch der Regisseur gewechselt. Jetzt drehen wir mit Peter Gersina, dem Regisseur von “Das Sams”. Das mit dem Handy… ok das nächste mal versichere ich halt mein Handy. Aber dadurch ist mir auch etwas klargeworden: Mein Handy ist etwas Materielles. Man kann immer etwas Materielles verlieren, doch Materielle Dinge haben einfach keinen hohen Wert. Meiner Mutter hätte auch etwas passieren können. Wir sollten wenn uns viel schlimmes passiert dankbar sein für das was wir haben. Es könnten viel schlimmere Dinge passieren. Wir sehen die Dinge die funktionieren und die wir haben als viel zu selbstverständlich an. Dass eine Bahn unpünktlich kommt kann ja passieren, aber was ist das für ein Luxus innerhalb von 20 Minuten, 20 Kilometer irgendwo hingebracht zu werden für 3 Euro? Wir können durch unsere Verkehrsmittel und Mobilität mehr schaffen in kurzer Zeit bestimmt 30 mal so viel wie vor 200 Jahren. Deshalb muss man sich einfach nicht beschweren wenn man mal bisschen warten muss oder einen großen Wartezeitraum hat. Die Zeit kann man sich dann doch auch nehmen und akzeptieren.

Also: Verschwendet nicht eure Zeit, regt euch nciht über Dinge auf, die man eh nicht ändern kann, habt keine Angst Zeit zu verlieren sondern beschäftigt euch mit wichtigeren Dingen und werden zu Machern.

lg JD

May 24, 20120 notes
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